E-BIKE MOTOREN VERGLEICH
Hier finden Sie einen E-Bike Motorenvergleich der die einzelnen stärken und schwächen aufzeigen sollte.
Bosch Motor Panasonic Motor Impulse Motor Yamaha Motor SHIMANO

Bosch Motor
Den Bosch gibt es seit 2014 in zwei Varianten –Performance Line (auch als 45er Variante erhältlich, dynamischer) und Aktive Line (auch mit Rücktritt erhältlich). Beide Versionen sind im Vergleich zu anderen Mittelmotoren sehr kräftig, am Berg ist der Bosch kaum zu schlagen. Mithalten können einige Heckmotoren, wie bspw. BionX oder Ortlinghaus. Gegenüber diesen Antrieben haben Mittelmotoren wie Bosch den Vorteil, dass sie effizienter sind – da der Motor von der Schaltung mit profitiert. Die Reichweite ist vergleichsweise gut. Besonders bei sehr geringen Drehzahlen haben die Direktläufer-Heckmotoren außerdem Schwächen, sie werden heiß und müssen die Leistung verringern. Der Boschmotor ist auch was die Sensorik betrifft gut, Freund*innen hoher Trittfrequenz kommen voll auf ihre Kosten. In einigen Drehzahl Bereichen ist er allerdings recht deutlich hörbar.
Die schnelle Variante, fährt einen gerne bis an die 45km/h-Grenze. Der Bosch Akku ist kompakt und mit 2,5 Kilogramm relativ leicht, er kann entweder am Sattelrohr oder unter dem Gepäckträger angebracht werden. Es gibt zwei Größen 300Wh und 400Wh. Der Akku hat die gleiche Energiedichte, wie der große Impulse-Akku (s.u.) und ist bereits nach 2,5h voll aufgeladen – eine längere Pause reicht auf einer Radtour also, um erheblich nach zu laden. Auch mit 400Wh wird die Reichweite wird allerdings nicht mit den besten mithalten können. Gerade bei S-Modellen sind sie schnell verbraucht. Das Display ist gegenüber dem alten (vor 2013) größer, besser lesbar und beleuchtet. Es gibt “nur noch” 4 Unterstützungsstufen (statt zuvor 12). Auch der An- und Ausschalter ist am Display, nicht mehr am Akku. Nahe am Bremshebel ist eine Fernbedienung angebracht – Der Antrieb ist somit noch einmal an wichtigen Punkten verbessert. Eine Schiebehilfe gibt es jetzt auch.

Fazit:
Der Boschmotor steht für ein sehr dynamisches Fahrverhalten das gut auf das Verhalten des Fahrenden angepasst ist.

Panasonic Motor
Der Panasonic Motor war lange der meist verkaufte im deutschsprachigen Raum, hat aber in den letzten Jahren deutlich an Markanteilen verloren. Die Zuverlässigkeit ist dennoch durch Millionen von gefahrenen Kilometern bewiesen. Mit dem neuen 36Volt System hat Panasonic 2012 eine Lücke gegenüber anderen Mittelmotoren geschlossen; der Antrieb unterstützt jetzt auch bei höheren Trittfrequenzen und wird insgesamt harmonischer, allerdings regelt er Fans hoher Trittfrequenzen immer noch zu früh ab. Am Berg ist der Panasonic nicht ganz so stark wie der Boschmotor, bringt einen aber dennoch sicher steilen Berg hinauf. Beim Fahren ist der Motor etwas leiser als Bosch. Eingeschlichen hat sich, dass der Motor kurz nachläuft, wenn nicht mehr in die Pedale getreten wird. Am Berg macht dieses Nachlaufen das Schalten bei einer Nabenschaltung kompliziert, es dauert einen Moment zu lange, bis man schalten kann. Den Panasonic gibt es auch in einer schnellen Variante, die einen ganz entspannt an die 45km/h Grenze heran fährt. Bei den Akkus ist Panasonic beim Alten geblieben, die Position ist in allen Fällen hinter dem Sattelrohr, die genauen Spezifikationen kommen allerdings vom Hersteller des Rads. Der Akku ist recht voluminös und schwer, dafür gibt es unterschiedliche Größen. Wer häufig längere Touren macht, ist mit einem großen Akku mit bspw. 432Wh gut bedient (12Ah bei 36V, 3,5 Kilogramm). Die Ladezeit hat sich gegenüber den alten Systemen deutlich gebessert, der große Akku ist in 3,5 Stunden voll. Auswahl hat man beim Panasonic bezüglich Rücktritt und Anfahr- bzw. Schiebehilfe, beides ist optional erhältlich, allerdings nicht beide Optionen zusammen. Das geht nur beim Impulse Antrieb.

Fazit:
Der Panasonic Motor ist lange erprobt, bietet großen Komfort und wichtige Auswahlmöglichkeiten.

Impulse Motor
Der Impulse II wird seit der Saison 2014 im Handel verkauft – das wichtigste: der Motor ist jetzt in einer S-Variante erhältlich und hat als erster eine Schubunterbrechung, wenn geschaltet wird. Diese Idee hatte ich hier schon mal angedacht– schön dass sie umgesetzt wurde. Hauptgewinn dabei: Das Problem hakende Nabenschaltung in Kombination mit Mittelmotor wird entschärft. Der Impulse wurde von der Firma Daum exklusiv für Derby Cycle entwickelt und war der erste der schon 2011 mit Rücktritt zu haben war. Speziell für die Klientel mit „Rücktritts-Wunsch“ wurde dieser Motor auch mit einer sehr feinfühligen Sensorik ausgestattet. Der Motor ist sehr leise und etwas weniger kraftvoll als die Motoren von Panasonic und Bosch. Auch den Impulse Motor gibt es mit Anfahr- bzw. Schiebehilfe, hier kann auch beides kombiniert werden. Der Akku ist wie beim Panasonic-System hinter dem Sattelrohr angebracht, allerdings gibt es zwei wichtige Unterschiede: Durch eine an das Hinterrad angepasste Bauform braucht der Akku weniger Platz und ist zudem leichter. Es gibt den Akku in drei Größen, der kleinere hat eine Kapazität von 396Wh (11Ah bei 36V), der mittlere 540Wh (15Ah bei 36V) und der große 612Wh (17Ah bei 36V) alle drei haben die gleiche Bauform und wiegen 2,9 Kilogramm.

Fazit:
Der Impulse-Motor wird vor allem an Rädern für gemütliche und ausdauernde Touren und Alltagszwecke verwendet. Es gibt ihn an Rädern der Derby Cycle Gruppe (bspw. Kalkhoff und Raleigh) und der Marke Gazelle. Durch die 2013 eingeführte S-Variante des Impulse II kann man auch wesentlich sportlicher haben (z.B. an einem Focus MTB).

Yamaha Motor
Antriebssystem Yamaha, der japanische Hersteller gilt als Pionier der eBike-Antriebe. Seit 1993 ist der Mittelmotor von Yamaha auf dem Markt und ist besonders in Asien stark verbreitet (wurde bereits über 1 Million mal verbaut). In Europa setzte bis dato speziell die Marke GIANT auf dieses Antriebssystem. YAMAHA powered 2015 EMTB-Weltmarktführer HAIBIKE „Mit Yamaha haben wir einen perfekten Partner für unsere SDuros gefunden. Denn die Motoren überzeugen vor allem durch sehr gute Leistungswerte und einen hohen Anspruch an Performance-Tauglichkeit“, erklärt Felix Puello, Head of Product Managment bei Haibike. Zudem sind beim Yamaha-System erstmals modellabhängige Software-Anpassungen möglich. Technische Details: o leistungsstarker und zuverlässiger Mittelmotor o maximales Drehmoment von 70 Nm (unterstützt den Fahrer bereits bei der ersten Kurbelumdrehung) o der Zero-Cadence-Support ist beispielsweise bei schwierigen, langsam zu fahrenden Passagen von großem Vorteil o zwei Kettenblätter am vorderen Kurbelsatz sind möglich (erhöht die Offroad-Tauglichkeit nochmals deutlich und die Übersetzungsbandbreit von 327 Prozent auf 455 Prozent!) o das Gravity Casting Interface (GCI) umschliesst den Motor vom Rahmen komplett o austauschbare SkidPlate o Li-Ionen Akku 400Wh. o 4 Fahrmodi, Gesamt- und Tageskilometer, Uhr- und Fahrzeit, maximale, aktuelle und Durchschnittsgeschwindigkeit o Schiebehilfe.

Fazit:
Der Prototyp des Haibike SDURO AllMtn RC bildet eine exzellente Basis für ein richtiges Spaß-Bike. Die sehr funktionale und durchdachte Ausstattung (Yamaha-Motor, Schaltung, Bremsen, Cockpit, Teleskopsattelstütze) lässt kaum wünsche offen. Die Geometrie, die technischen Details, sowie das Fahrverhalten wissen voll zu überzeugen. Für “normales” Fahren ist das SDURO AllMtn RC bereits out-of-the-box ein heißes Bike zum heißen Preis!

SHIMANO STePS
Mit STePS bringt Shimano ein integriertes Antriebssystem auf den Markt. Der Clou: Die Systemintegration der elektromechanisch schaltbaren Getriebenaben Alfine und Nexus führt zu bisher ungekannter Schaltperformance.
STEPS ist mehr als ein Motor. Das Shimano Total Electric Power System "dafür steht STePS" ist laut Hersteller eine "integrierte E-Bike-Gruppe". Das bedeutet: Die Einzelteile Motor, Akku, Bedieninstrumente und Display stammen aus einer Hand und sind aufein­ander abgestimmt. Der Radler bemerkt vor allem zwei Dinge: Die Top-Modelle schalten elektrisch, mit Shimanos Di2-Getriebenaben Nexus (acht Gänge) und Alfine (acht bzw. elf Gänge). Die Gänge werden über zwei Pfeiltasten am Lenker gewechselt, ein dritter Taster schaltet zwischen den
Anzeigemodi des Displays hin und her.
Zweites Novum: Betätigt man den Schaltknopf, wird die Motorunterstützung kurz unterbrochen, damit das Ge­triebe exakt und weich in den nächsten Gang wechseln kann – denn Getriebenaben lassen sich unter Last nicht schalten. Solche Shift-Sensoren, die den Gangwechsel erkennen, bieten auch Hersteller wie Bosch oder Panasonic, doch Shimano hat die Sache perfektioniert: Der Gangwechsel wird erst eingeleitet, wenn eine der Kurbeln durch den oberen Totpunkt wandert und wenig Kraft aufs Pedal wirkt. Der Antrieb stoppt kurz, der neue Gang rastet ein.


Fazit:
Unseres ersten Fahrtests mit einem Hercules Edison Di2: Der Mittelmotor arbeitet ruhig und relativ leise. Er zieht vor allem in schweren Gängen nicht ganz so kräftig los wie die aktuellen Motoren von Bosch und Panasonic, doch die Gangwechsel sind ein echtes Highlight. Egal, ob am Berg oder in der Ebene: Rauf- oder Runterschalten funktioniert dank Shift-Sensorik schnell und exakt. Die Mini-Pause bis zum Erreichen der perfekten Kurbelposition stört nicht, im Gegenteil: Die Verzögerung von maximal einer halben Sekunde spürt man nicht, dafür wechselt der Gang so watteweich, wie man das noch bei keinem anderen System erlebt hat.